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Wintersocken, Scharia und Fussball WM

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Wintersocken, Scharia und Fussball WMHallo Klaus, was für ein Winteranfang bei euch! Ich hoffe, Du besitzt genug gestrickte Wintersocken. Das Gute an der Kälte ist, dass Malaria, Typhus und das Ebola Virus keine Überlebenschancen haben, im Gegensatz zu diesem warm-feuchten Kontinent, der keinen Frost kennt. Man soll ja im Leben immer versuchen, einen positiven Aspekt zu finden.

Deshalb lautet auch mein Fazit zur WM in Südafrika: es war ein toller Erfolg. Es hat sich gelohnt, obwohl das Turnier mit vier Milliarden Euro viel zu teuer war und nur 175.000 Besucher aus Übersee kamen. Warum? Weil alle Kritiker und Skeptiker – dazu zähle auch ich – fünf Wochen lang eindrucksvoll widerlegt wurden. Das Prestige, eine WM reibungslos und termingerecht organisiert zu haben, ist schlicht unbezahlbar. Der Respekt, den die Welt am Ende den Kapbürgern zollen musste, steigerte das nationale Selbstbewusstsein.

Deshalb gehöre ich auch zu denen, die sich darüber freuen, dass die Fifa sich für Qatar im Jahre 2022 entschieden hat. Um Fussball geht’s mir dabei gar nicht; die Championsleague bietet uns jedes Jahr ein viel höheres Niveau, das sah man ja auch schon hier in Südafrika. Die Fifa WM ist nun so etwas wie ein sportlicher Friedensnobelpreis geworden, der den Gastgeber zu Offenheit und Reformen zwingt.

In Qatar müssen ja vier höchst erfreuliche Dinge geschehen. Erstens wird das stark malädierte Selbstbewusstsein der Araber zwischen Kairo und Kuwait endlich aufgemöbelt. Zweitens müssen die unsere weiblichen Fans reinlassen, und auf die knapp bekleideten Samba Girls aus Rio, die ihre Titties vor Männer in Nachthemden schwingen lassen, freue ich mich jetzt schon. Drittens müssen die uns Bier saufen lassen, und zur Hölle mit der Scharia. Und viertens kann man nur hoffen, dass sich Israel quailifiziert. Der Davidstern und die Hatikwa-Hymne in einem Staat, der den Judenstaat bisher noch nicht einmal anerkennt – unbezahlbar!

Sincerely yours,

Thomas


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