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Wenn die Earth Hour schlägt, sitzen auch Südafrikas Weingüter im Dunkeln

Am Samstag, 29. März 2014 gehen die Lichter aus! Aber statt in Panik zu verfallen, ist die Bevölkerung eingeladen, selbst auf den Schalter zu drücken. Allerdings bedeutet die “Earth Hour” viel mehr als lediglich das Licht für eine Stunde auszuschalten. Es ist eine globale Bewegung von Menschen, die sich weltweit für die Umwelt einsetzen und große Ideen zum Leuchten bringen wollen. Die Bewegung findet eine immer größer werdende Anhängerschaft. Bei der Earth Hour 2013 kam es zu einem deutlichen Anstieg der globalen Unterstützung des World Wide Fund for Nature (WWF). Auch große Wahrzeichen wie der Tafelberg, der Kreml und der rote Platz beteiligten sich – selbst der Big Ben in London war für eine Stunde dunkel.

In diesem Jahr wurde Kapstadt als South Africa’s Earth Hour Capital ausgewählt. Diese Titel wird von der globalen Earth Hour City Challenge (EHCC) – einer Kooperation zwischen dem WWF und Local Goverments for Sustainability (ICLEI) verliehen. Die Juroren wollen mit dieser Auszeichnung die steten Bemühungen der Mother City an der Südspitze Afrikas zum Schutz des Klimawandels würdigen. Verliehen wird dieser Titel von der Earth Hour City Challenge (EHCC) – einer Kooperation zwischen dem WWF und Local Goverments for Sustainability (ICLEI) verliehen. Dieser Zusammenschluss zeichnet damit Städte aus, die bereits sind sich langfristig und wirkungsvoll für den Schutz des Klimas einzusetzen.

In Südafrika beschränkt sich das Earth Hour Engagement jedoch nicht nur auf Kapstadt. Jährlich steigt in Südafrika die Anzahl der Weingüter, die an dem Earth Hour Projekt teilnehmen. Zum Beispiel wird Steenberg (Constantia) ein Picknick veranstalten. John Loubser, Steenberg’s General Manager sagt: “The Earth Hour initiative is of great relevance to us at Steenberg. We look forward to taking part in an event which symbolises the importance of commitment to the planet.” Das Noebelrestaurant Grande Provence in Franschhoek wird ein “Dine in the Dark” veranstalten. Die Gäste sitzen im Dunkeln umrahmt von zahllosen Kerzen und genießen ein Dinner mit lokalen, nachhaltig und organisch angebauten Zutaten. Das Spier Hotel in Stellenbosch hat am Samstagabend zu einem Braai bei Laternenschein eingeladen.

Südafrikas Weinwirtschaft setzt auf Nachhaltigkeit und Naturschutz

Doch die Weinwirtschaft engagiert sich nicht nur im Rahmen eines solch populären Events, wie der Earth Hour für den Umweltschutz. Zu den weltweit herausragenden Umweltaktivitäten zählt der flächenstarke und intensive Naturschutz in den Weingebieten im Western Cape. Der Erhalt der heimischen Flora und Fauna wird durch die Biodiversity & Wine Initiative (BWI) und das Nachhaltigkeitssiegel (verliehen durch das Wine and Spirit Board) vorangetrieben. Bei südafrikanischen Weinen, die das grüne Nachhaltigkeitssiegel auf der Flasche tragen, ist garantiert, dass der Wein nachhaltig, umweltschonend angebaut und kontrolliert wurde. Über 142.000 Hektar ihres Landes haben Südafrikas Winzer und Landwirte innerhalb der letzten neun Jahre unter Naturschutz gestellt. Damit ist die Landfläche, die Südafrikas Winzer (BWI Members) unter Naturschutz stellen, übersteigt die 100.000 Hektar der von ihnen weinbaulich genutzten landwirtschaftlichen Fläche.

Inzwischen gibt es 10 biodynamisch und mindestens 38 biologisch wirtschaftende Weinerzeuger in der Kapregion. Es ist zwar noch eine relativ geringe, aber dennoch wachsende Anzahl von Weinerzeugern. Auslobungen wie beispielsweise der, seit sechs Jahren verliehene Nedbank Green Awards stärkt die Motivation der Winzer. Neben dem dominierenden Biodynamiebetrieb Reyneke werden von der Nedbank vermehrt neue Betriebe für ihre überdurchschnittliche Umweltorientierung ausgezeichnet. Dazu zählen beispielsweise Laibach, Waverly Hills (biologische Trauben), Backsberg, Paul Cluver und Uitkyk sowie Bartinney, Delheim und La Motte.

Betriebe und Projekte, die das Nachhaltigkeitsengagement der Südafrikaner belegen, gibt es zahlreiche. Die Zertifizierung mit dem o. g. Siegel “Integrity & Sustainability” fördert die Umsetzung von messbaren und kontrollierbaren Maßnahmen. Beispielsweise war Backsberg das erste CO2-neutrale Weingut in der Kapregion. Nederburg wiederum hat in den letzten Jahren seinen Strombedarf um 33 Prozent reduziert (pro Liter Wein). Ebenso hat man dort den Verbrauch an fossilen Energien um 43 Prozent und den Wasserverbrauch um 15 Prozent reduziert. Das Weingut Villiera hat eine Solaranlage auf dem Kellerdach installiert, um den täglichen Energieverbrauch das Jahr über (mit Ausnahme während der Arbeitsspitze zur Lese) aus Sonnenenergie zu decken. Selbiges gilt auch für den Familienbetrieb Kleinood.

Im Rahmen der diesjährige Earth-Hour-Kampagne wird der WWF der Öffentlichkeit die Frage stellen: “Wir würdigst du den Planeten Erde?”. Die Menschen sind aufrufen, die Belange dieses Planeten zu respektieren und zu schützen. Auf der Website www.earthhour.org.za kann jeder sein persönliches Versprechen abgeben. Die Errungenschaften der in jüngster Zeit erzielten Errungenschaften der Kampagne umfassen können sich sehen lassen. Dazu zählt beispielsweise ein neues Gesetz in Russland, um die Meere vor weiterer Ölverschmutzung zu schützen. 3.4m ha Meeresfläche vor Argentinien sind nun geschützt. Oder Uganda – dort wurden im Rahmen der ersten Earth Hour über 500.000 Bäume.

Im Jahr 2014, mit dem Launch der neuen Crowdsourcing und Crowdfunding Plattform Earth Hour Blue, soll die digitale Reichweite der Umweltbewegung ausgedehnt werden. Nun ist es jedermann möglich, die Projekte der WWF weltweit zu unterstützen und zu spenden. Ein für Südafrika schönes Projekt ist es, den Roodeberg – ein Stück Naturschutzgebiet im Tafelberg Nationalpark zu unterstützen. www.earthhourblue.crowdonomic.com/project/1018-restore-the-roodeberg-1

Mit den zahlreichen Earth Hour Veranstaltungen trägt die Bevölkerung selbst dazu bei, dass die Erfolgsgeschichte dieser Kampagne fortgeschrieben wird. Auch in diesem Jahr werden Millionen von Menschen in über 7.000 Städten und 150 Ländern dazu beitragen, dass außergewöhnliche und tolle Earth-Hour-Events stattfinden.

Nächstes Jahr sind Sie vielleicht selbst dabei! Tragen Sie Ihren Event hier ein www.earthhour.org/create-your-own-earth-hour-event.

Was haben Sie also nun geplant, für Samstag, 29. März 204 um 20.30 Uhr, wenn die Earth Hour schlägt?

Text: Petra Mayer

Bildquelle: Neederburg

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