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Wein aus Südafrika

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Ein neuer Trend der Weingüter Südafrikas

Photo: www.capecolours.com

Für Südafrika stellen der Weinanbau sowie der Export von Weinen einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Das jährliche Produktionsvolumen liegt bei etwa 850 Millionen Liter Wein. Knapp die Hälfte davon gelangt in den Export. Die Weine reifen überwiegend in einer atemberaubenden Landschaft, dort wo sich der Atlantische und der Indische Ozean treffen.

Der Anbau wird fast ausschließlich in der Provinz Western Cape betrieben, einem Anbaugebiet das durch ein mediterranes Klima und dem kalten Benguelastrom maßgeblich beeinflusst wird. Für diese Landschaft typisch sind mineralreiche Böden, Sandsteingebirge und Granitsockel. Weitere Anbaugebiete befinden sich in den Regionen Coastal, Klein Karoo, Olifants River und Breede River Valles. In allen diesen Gegenden fällt überwiegend im Winterhalbjahr Regen. Dies hat zur Folge, dass häufig künstliche Bewässerung notwendig wird. Die kleinsten Anbauregionen bezeichnet man als Ward. So besteht das Western Cape aus ungefähr 60 dieser Wards.

Die Geschichte des Weinanbaus in Südafrika geht bis in das Jahr 1652 zurück, als Jan van Riebeeck, mit der Aufgabe die Schiffsbesatzungen der Ostindienkompanie mit Lebensmitteln zu versorgen, an das Kap kam. 1655 wurden die ersten Rebstöcke, die unter anderem aus Frankreich kamen, angepflanzt. Teile dieser Anbauflächen sind noch heute im Kirstenbosch Botanical Garden ( Kapstadt ) zu sehen. Die ersten größeren Anpflanzungen entstanden in Groot Constantia. Ca. 100.000 Weinstöcke wurden hier zu damaliger Zeit gepflanzt. Die Kunst des Weinbaus wurde durch die sich 1688 im Drakenstein-Tal angesiedelten französischen Hugenotten verfeinert und intensiviert.

In den nun folgenden Jahrhunderten war regelmäßig ein bedeutender Überschuss an Weinen zu verzeichnen. Diese waren jedoch mit Ausnahme der Constantia – Weine nur von geringer Qualität, was in der Regel zu erheblichen Absatzschwierigkeiten führte.

1918 wurde von Charles Kohler die erste südafrikanische Weinvermarktungsgenossenschaft, unter dem Namen „Kooperative Wijnbouwers Vereiniging van Zuid – Afrika (KWV)“, gegründet.

Nach etwa 50 Jahren wurde dieses Monopol, das vor allem über die Preisgestaltung und Bepflanzung der Flächen entschieden hat, jedoch wieder abgeschafft.

Moderner Weinbau entstand in Südafrika 1994 mit dem friedlichen Übergang zur Demokratie. Nun hatten viele junge Kellermeister die Gelegenheit ihr Wissen im Ausland zu festigen und sich profunde Kenntnisse anzueignen. Jährliche internationale Auszeichnungen belegen mittlerweile das Anspruchsdenken der südafrikanischen Winzer in Bezug auf Qualität. Neue Weinstöcke mit hochwertigen Rebsorten wurden gepflanzt und neue Gebiete für den Weinbau entdeckt.

Durch den jahrelangen Boykott währen der Apartheid war der Import von neuem Pflanzenmaterial nicht möglich. In dieser Zeit war auch festgelegt, wer was und wo anbauen durfte. Diese Vorgehensweise wirkte sich extrem negativ auf die Weinqualitäten aus.

2004 wurde die Initiative „Biodiversity and Wine“ ins Leben gerufen. Teile der Anbauflächen wurden als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Zwischenzeitlich zählt die UNESCO die Cape Floristic Region ( CFR ) zum Weltkulturerbe. Mittlerweile liegen etwa 95 % der Weinanbauflächen innerhalb dieses Gebiets.

Die bedeutendsten Rebsorten Südafrikas sind Chenin Blanc, Pinotage, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon, Shiraz und Merlot. Der Weinbau ist auf trockene internationale Weine ausgerichtet. Um den Qualitätsstandart zu halten, sind nur bestimmte Rebsorten zugelassen. 1998 waren ca. 15% der produzierten Weine Rotweine. Die restlichen 85 % entfielen auf Weißweine. Dieses Verhältnis hat sich zwischen zeitlich grundlegend verändert. Der Anteil der Rotweine liegt heute bei etwa 40 %.

Die von der Regierung geplante Umstrukturierung des Landes „BEE – Black Economic Empowerment“ hat auch in der Weinwirtschaft ihren Einzug gehalten. Hintergrund und Aufgabe von „BEE“ ist die Beseitigung der Benachteiligung der „schwarzen Bevölkerung“.

Ziel ist es hierbei die „schwarze Bevölkerung“ aktiv am Wirtschaftsleben teilnehmen zu lassen. Sei es als Manager, Eigentümer oder als Konsument. Hierzu wurde auch ein geradezu irrwitziges Punktesystem geschaffen, nach dem die jeweiligen Betriebe bewertet werden. Die Weinwirtschaft hat selbst schon vor der Abschaffung der Apartheid freiwillig dafür gesorgt, dass alle Arbeitnehmer, egal ob weiß, schwarz oder farbig vernünftig untergebracht wurden. Ebenso wurde in die Bildung der Menschen investiert. Diese Projekte sollten heute positives Vorbild für die gesamte südafrikanische Wirtschaft sein.

Die ersten BEE – Projekte sind häufig gescheitert, da neben den hohen Investitionen auch spezifische Fachkenntnisse nötig waren. Insbesondere dieses Fachwissen war damals zum großen Teil bei der schwarzen Bevölkerung nicht vorhanden.

Doch besitzt die Regenbogennation eine vielversprechende Kreativität, mittels der es in den letzten Jahren Weißen und Schwarzen gelungen ist, in diversen Modellen bestehende Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Nachkommenden Generationen wird es zunehmend ermöglicht, in verantwortungsvollen Aufgaben innerhalb der Weinwirtschaft tätig zu sein.

Das durch BEE proklamierte Ziel „ eine nicht rassistische und stetig wachsende Weinindustrie zu schaffen“ sollte zum Wohle der südafrikanischen Bevölkerung und des Staates auch in anderen Wirtschaftszweigen umgesetzt werden.


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