Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rassismus

Das Märchen von der Rainbow-Nation – wie ein Kunstwerk den wahren Zustand Südafrikas entlarvt

Die Protagonisten: Brett Murray (51 – Kunstschaffender) und Jacob Zuma (70 – Präsident Südafrikas und der Mehrheits-Partei des Landes). Murray ist ein angesehener Künstler von internationalem Format; er lebt und arbeitet in Kapstadt. Sein Schwerpunkt liegt in der satirisch-subversiven Darstellung des Kampfes der Kulturen, des Aufeinandertreffens von Euro- und Afrozentrismus, des Spannungsverhältnisses zwischen dem alten und neuen Südafrika.

Südafrika: Rassismus in der Praxis der öffentlichen Verwaltung

In der Ausgabe der „Cape Times“ vom 21.03.2011 (Human Rights Day in Südafrika) ist ein Leserbrief abgedruckt, dessen Inhalt bemerkenswert ist. Geschrieben ist er von Horst Kleinschmidt; er schildert seine Erfahrungen mit schwarzem Rassismus aus seiner Zeit als Abteilungs-Leiterleiter (Head of Fisheries mit Sitz in Kapstadt) im Ministry of Environment + Tourism zwischen 2000 und 2005.

Rainbow-Nation, oder was?

Das Thema Rassismus bewegt nicht nur die Menschen in Südafrika und es verdient jede Aufmerksamkeit. Zwei der jüngsten Beispiele für Rassismus im Zusammenhang mit Südafrika zeigen plastisch und auf gegensätzliche, in beiden Fällen höchst fragwürdige Art, wie tölpelhaft und leichtsinnig noch immer mit der Karte Rassismus gespielt wird. Irgendwie schade, denn der von Desmond Tutu 1994 geprägte Begriff der „Rainbow-Nation“ sollte doch das Nach-Apartheid-Südafrika als friedliches Land der unterschiedlichsten Rassen charakterisieren. Nun beginnen wir uns langsam zu fragen, was aus dem Regenbogen von Bischof Tutu geworden ist. Da ist die Geschichte um den weißen Südafrikaner Brandon Huntley aus Kapstadt. Anfang September berichteten die internationalen Medien über kanadische Behörden, die Brandon Huntley als Flüchtling anerkannt haben. Er sei ein Opfer seiner Rasse, behauptete dieser und erklärte den Behörden eilig, dass Weiße in Südafrika das Ziel schwarzer Krimineller seien und dass die Regierung nichts unternehme, um sie zu schützen. Die Einwanderungsbehörde befand den Angaben zufolge, dass Huntley „eher ein Opfer wegen seiner Rasse als ein Opfer von Kriminalität ist“. Weitere Stellungnahmen gab die Behörde nicht zu dem …