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Nelson Mandela

Seit Anfang Juni, als sein Zustand als „kritisch“ eingestuft wurde, hatte sich Südafrika insgeheim auf diese Nachricht vorbereitet: Nelson Mandela, der Vater der Demokratie am Kap ist im Alter von 94 Jahren an den Folgen einer chronischen Lungenentzündung gestorben. Im ganzen Land herrscht Trauer überall weinen die Menschen um ihren „Madiba“. Kapstadt – Das wichtigste Gerichtsurteil in der Geschichte Südafrikas wird am 12. Juni 1964 von Richter Quartus de Wet verkündet: Nelson Mandela und seine Mitangeklagten werden zu lebenslänglicher Haft verurteilt – aber nicht zum Tod durch den Strang. Erst am 11. Februar 1990 ist Mandela wieder frei  und wird vier Jahre später zum ersten demokratischen Präsidenten Südafrikas  vereidigt. Vermutlich hatte Mandelas fünfstündiges Plädoyer den Burenrichter damals so beeindruckt, dass er von der Maximalstrafe absah. Mandela hatte erklärt, er habe Zeit seines Lebens sowohl gegen weisse als auch gegen schwarze Dominanz gekämpft, er sehne sich nach einer demokratischen und freien Gesellschaftsordnung. „Es ist ein Ideal, das ich hoffe, noch zu erleben. Aber auch ein Ideal, für das ich, wenn es sein muss, bereit bin zu …

Wie „farbenblind“ ist Südafrika?

Am Kap ist eine Debatte über ethnische Zugehörigkeit und Ämtervergabe entbrannt. Minderheiten führen die Wirtschaftsressorts, Schwarze die Sicherheitsministerien. Julius Malema erfüllt manchmal die Funktion des Knaben, der laut ruft, dass der Kaiser keine Kleider trägt, während ringsum alle anderen betreten schweigen. Diesmal wunderte sich Malema, Chef der Jugendliga des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), öffentlich darüber, dass alle Kabinettsposten, die mit Sicherheit zu tun haben, von „schwarzen Menschen“, aber alle Ministerien wirtschaftlicher Natur von Minderheiten verwaltet würden. Tatsächlich berief Präsident Jacob Zuma im Mai die beiden Inder Pravin Gordhan und Ebrahim Patel an die Spitze des Finanz- und des Wirtschaftsministeriums, den Weißen Rob Davies zum Handels- und Industrieminister und den Farbigen Trevor Manuel (die „Coloureds“ sind Kinder mit schwarzen und weißen Vorfahren) zum Minister für Nationale Planung. Mitte Juli ernannte er zudem die Weiße Gill Marcus zur neuen Chefin der Notenbank und damit zur Hüterin der Landeswährung Rand. Zuma, selbst ein Zulu, der sich offen und stolz zu Stammestraditionen einschließlich Polygamie bekennt, ficht nicht an, dass er damit vielleicht dem Vorurteil Vorschub leistet, wonach Schwarzafrikaner verschwenderisch mit …

Verfahren gegen Jacob Zuma eingestellt

Wie das Erbe Mandelas verspielt wird Ein Land erhält die politische Führung, die es verdient. Heisst es gemeinhin. Als Nelson Mandela 1994 erster  Staatspräsident im Nach-Apartheid-Südafrika wurde, konnte man dieser Weisheit nur zustimmen. Ein zerrissenes Volk hatte sich auf weitgehend friedliche Weise auf revolutionäre Veränderungen verständigt. Dazu passte eine Lichtgestalt wie eben der Friedensnobel-Preisträger Mandela. 1999 folgte Thabo Mbeki, bei dem zwar immer wieder mal Zweifel auftauchten, ob er die richtige Besetzung war. Aber immerhin hatte er es bis zu seinem von der Partei erzwungenen Abschied im vergangenen Jahr geschafft, den inneren Frieden zu erhalten, mit seiner marktwirtschaftlichen Politik Wachstum zu schaffen und das Ansehen Südafrika in der Welt zu mehren. Nun droht dem Land Jacob Zuma. Sein African National Congress (ANC) wird die Wahlen am 22. April 2009, wie immer seit 1994, deutlich gewinnen; als Spitzenkandidat der Partei wird er in das Amt des Staatspräsidenten gewählt werden. Ich hatte in den letzten 7 Jahren vielfach über JZ, wie ihn viele kurz nennen, berichtet. Davon soll hier nichts wiedergekäut werden; die informierte Öffentlichkeit weiss Bescheid. …