Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kriminalität

Gewaltkriminalität in Südafrika- neue Statistiken belegen weiteren Anstieg

Südafrika feiert heute seinen National Heritage Day. Es soll das reiche Erbe diverser Kulturen und Traditionen der Rainbow Nation zelebriert werden. Da passt es gut, wenn gleichzeitig an ein Erbe erinnert wird, das nun wirklich keinen Grund zum Feiern gibt: Das Erbe von Gewalt und Kriminalität, das so tief in diesem Land verwurzelt ist. Jedes Jahr Mitte September eröffentlich die Polizei (SAPS) die jährliche Kriminalitäts-Statistik, die den Zeitraum von April des Vorjahres bis März des laufenden Jahres erfasst, also immer reichlich hinterherhinkt. Und wieder ist eine Nation geschockt! Vor allem die Kontakt-Verbrechen haben erneut zugenommen: Mord + 5,0%, Versuchter Mord +4,6%, Schwerer Raub + 12,7%, Raub in Wohngebäuden +7,4%, Raub in Betrieben/Büros + 13,7%. Was sich hinter diesen Zahlen verbirgt, wird erst deutlich, wenn man sie in einen Kontext bringt. In den zwölf Berichtsmonaten wurden in Südafrika 17.068 Menschen ermordet; Spitzenreiter (in Proportion zur Bevölkerung) ist die Provinz Western Cape mit 2.909 Morden. Hier, in der „Parade-Provinz“ des Landes, werden also mehr Menschen ermordet als in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Polen zusammen! Es …

Südafrika – schön und gefährlich

Zum ersten Mal wird am 11. Juni eine Fussball-WM in Afrika angepfiffen. Die Veranstalter versprechen, dass für die Sicherheit der Fans gesorgt sei. Es sollen mehr als 100 000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Doch wer ans Kap der Guten Hoffnung reist, betritt ein äusserst gewalttätiges Land. Und die Stimmung der Einheimischen ist bedrückt.

Südafrika: Neue Statistiken zur Kriminalität – Gewaltverbrechen auf dem Vormarsch

Jedes Jahr im September werden sie der Öffentlichkeit serviert: die Statistiken zur Kriminalität für ein Jahr, jeweils vom April bis März. Im September ist das schon ferne Vergangenheit. Besonders, wenn eine neue Verwaltung im Amt ist – ein neuer Präsident, ein neuer Polizei-Minister, ein neuer Polizei-Chef. Sie alle haben der Kriminalität den Kampf angesagt, so wie das alle Vorgänger auch getan hatten. Sie werden nun gemessen an den Statistiken für den Zeitraum April 2008 bis März 2009. Und niemand in der Regierung oder in der Polizei-Spitze muss sich für diese aktuellen Zahlen verantworten. Und sie sind erschreckend! Man hat sich ja schon daran gewöhnt, dass in Südafrika täglich 50 Menschen ermordet werden, in weiteren 50 Fällen ein Mord versucht wird, über 450 Raubüberfälle stattfinden und rund 1.500 Mal eingebrochen oder ein Auto geklaut wird. Und immer wieder glauben die Menschen in diesem Land, dass es nicht schlimmer werden kann. Wird es aber. Zwar ist die Zahl der erfassten Morde zurückgegangen – um 300. Jetzt werden also nicht mehr im Durchschnitt 51 Menschen am Tag ermordet, …

Hausüberfälle – der neue Trend von Verbrechen in Südafrika

Wer in Südafrika lebt, lebt mit der Kriminalität. Sie ist allgegenwärtig, sie ist Gesprächsthema auf Parties und am Arbeitsplatz, sie liegt wie Mehltau über den Menschen. Wer es sich leisten kann, investiert Unsummen in die Absicherung von Haus, Geschäft, Auto und was sonst noch wertvoll ist. In den letzten 10 Jahren haben sich solche Ausgaben vervielfacht. Denn nur wer mitrüstet, wird nicht zum ‚soft target’, denn auch Verbrecher analysieren Risiken und schlagen dort zu, wo es vermeintlich gering ist. So sind Häuser, Büros und Autos zu Festungen geworden. Wenn die Alarmvorrichtungen eingeschaltet sind, ist die Festung schwer zu knacken. Das haben Kriminelle erkannt und ihren Modus operandi angepasst. Sie schlagen zu, wenn die Festung ungesichert ist oder die Bewohner sich gerade auf dem Weg hinein befinden. Klassisches Szenario: Weil Gärtner oder Hausangestellte sich auf dem Grundstück frei bewegen müssen, ist der Alarm ausgeschaltet. Kriminelle können also leicht eindringen und dann mit der Waffe die Bewohner zur Herausgabe von allem zwingen, was sie auf ihrer „Einkaufsliste“ haben. Oder: Während man vor dem Einfahrtstor warten, bis es …

Bankrotterklärung im Kampf gegen die Kriminalität

Wenn es um Kriminalität ging, war bisher die Devise der Regierung: Bagatellisieren, Verdrängen, Herunterspielen. Minister und Mandatsträger des ANC waren allenfalls bereit, die hohen Kriminalitätsraten gelegentlich in Sonntagsreden zu beklagen oder einmal im Jahr bei der Vorstellung der Verbrechensstatistiken Betroffenheit zu zeigen. Für viele Beobachter der politischen Entwicklung des Landes war die Leistungsbilanz der Regierung in der Verbrechensbekämpfung immer schon ein schlagender Beweis, wie sehr das ANC-geführte Regime versagt hat. Dabei sollte man nach traditionellem Staatsverständnis erwarten, dass die politische Führung zwei vorrangige Aufgaben für das Volk erledigt: den Schutz vor äußeren und vor inneren Feinden. Vom Ausland droht dem Kap weit und breit keine Gefahr. Also könnte man sich ganz auf die Feinde im Inneren konzentrieren, die Ressourcen hierauf konzentrieren. Am Geld kann es nicht gefehlt haben. So um die 50 Milliarden Rand sind in die Rüstung investiert worden. Moderne Fregatten, U-Boote, Jagdflugzeuge und weiteres Spielzeug für die Militärs warten auf einen – nicht vorhandenen – Feind. Während dessen hat sich die Kriminalität in einem Ausmaß breitgemacht, dass sie wie Mehltau über dem Land …

Aufrüstung im Kampf mit der Kriminalität

Aus dem Innenleben eines Community Policing Forum Jedes Jahr das gleiche Schauspiel: Der Minister for Safety and Security, Charles Nqakula, präsentiert die Kriminalitätsstatistiken, weist auf die eine oder andere rückläufige Tendenz hin, beklagt den Anstieg hier und dort – und die Politik in Südafrika geht zur Tagesordnung über. So auch dieses Mal. Nun, es gibt weniger Morde, Einbrüche und Diebstähle. Dafür haben Raub und Hijacking zugenommen. Es zeigt sich kein Licht am Ende des Tunnels. Man kann die Zahlen bestenfalls so deuten, dass es eine Stabilisierung auf hohem Niveau gibt. Mit leichten Tendenzen nach unten, wenn man nicht – wie viele – davon ausgeht, dass einfach immer weniger Straftaten angezeigt werden, weil die Erfolgsquote der Polizei so erschreckend mager ist. Und die Statistiken verraten auch nichts darüber, wie es mit der Verfolgung dieser Straftaten aussieht, wie viele Verurteilungen es prozentual zu den Delikten gibt. Die Bevölkerung ist dazu übergegangen, Dinge jetzt noch entschlossener in die eigene Hand zu nehmen. Geholfen hat dabei ein Gesetz, mit dem die Strategie der vorbeugenden Verbrechensbekämpfung verfeinert werden soll. Es …