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Südafrika: Bilanz nach 20 Jahren ANC-Herrschaft – Krisen, Skandale + Abstieg

Afro-Pessimisten ziehen ihr ideologisches Rüstzeug aus einer simplem Beobachtung: Es dauerte immer so um die 20 Jahre, bis in den meisten schwarz- afrikanischen Staaten nach der Unabhängigkeit die von den Kolonial-Mächten hinterlassene Infrastruktur zerbröselt war. Strom- und Wasserversorgung, Straßen- und Schienenwege, Schulen und Universitäten, Krankenhäuser und ambulante Versorgung. Stattdessen: vielfach Bürgerkrieg, oft weitere Verarmung, immer mehr Korruption und Kriminalität. Von Südafrika wurde etwas anderes erwartet Vieles sprach dafür, dass sich solches hier nach 1994 nicht wiederholen würde. Südafrika war eben anders als der Rest von Schwarz-Afrika. Die Infrastruktur war beispielhaft; Energie gab es im Überfluss zu Spott-Preisen; Industrie, Bergbau und Landwirtschaft waren auf internationalem Niveau; und vor allem hatte das Land ein paar Millionen bestens ausgebildeter Fachleute, die das Rückgrat von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bildeten. Wo steht Südafrika heute? Man muss sich nur einige der Entwicklungen des Jahres 2014 ansehen, um den beklagenswerten Zustand des Landes zu erkennen. Das Haushaltsdefizit, jahrelang auf bestem „Maastricht-Niveau“, bewegt sich auf 10% des BSP zu; die Steuereinnahmen brechen weg, u.a. aufgrund von nur 1,4% Wirtschaftswachstum; die Ausgaben für …

Loadshedding – Das neue Lebensgefühl in Südafrika

Heute ist nun die Ferienzeit endgültig vorbei; die Schule hat wieder begonnen. Gewöhnlich versinkt Südafrika zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar in eine tiefe und fast totale Urlaubslethargie – es fallen Sommer- und Weihnachtsurlaub zusammen. Jetzt ist das Land “back to normal”. Aber normal hat dieses Jahr nicht begonnen. Die politischen Kapriolen kann man nur noch unbeschadet verdauen, wenn man sie als satirische Inszenierung zu deuten versucht. Und jetzt kommt das Loadshedding! Hinter diesem harmlos wirkenden Wort verbirgt sich ein potenzieller Sargnagel der südafrikanischen Wirtschaft. Das Land ist in eine Situation abgedriftet, in der schlicht nicht mehr genügend Elektrizität zur Verfügung steht. Und die muss rationiert werden. Wenn der prognostizierte Bedarf z.B. 5 % über der vorhandenen Kapazität liegt, müssen 5% der Nutzer dauernd vom Netz genommen werde. Damit dieses Schicksal gleichmäßig über das Land verteilt wird, wird der Stromentzug im Zeittakt ausgerollt – „Rolling Black-out“ oder auch „Loadshedding“ genannt. Wie es dazu kam, wer das zu verantworten hat und was das in der Praxis bedeutet, ist gelegentlich beschrieben worden. Aber das Interesse hielt sich …