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Südafrika: Bilanz nach 20 Jahren ANC-Herrschaft – Krisen, Skandale + Abstieg

Afro-Pessimisten ziehen ihr ideologisches Rüstzeug aus einer simplem Beobachtung: Es dauerte immer so um die 20 Jahre, bis in den meisten schwarz- afrikanischen Staaten nach der Unabhängigkeit die von den Kolonial-Mächten hinterlassene Infrastruktur zerbröselt war. Strom- und Wasserversorgung, Straßen- und Schienenwege, Schulen und Universitäten, Krankenhäuser und ambulante Versorgung. Stattdessen: vielfach Bürgerkrieg, oft weitere Verarmung, immer mehr Korruption und Kriminalität. Von Südafrika wurde etwas anderes erwartet Vieles sprach dafür, dass sich solches hier nach 1994 nicht wiederholen würde. Südafrika war eben anders als der Rest von Schwarz-Afrika. Die Infrastruktur war beispielhaft; Energie gab es im Überfluss zu Spott-Preisen; Industrie, Bergbau und Landwirtschaft waren auf internationalem Niveau; und vor allem hatte das Land ein paar Millionen bestens ausgebildeter Fachleute, die das Rückgrat von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bildeten. Wo steht Südafrika heute? Man muss sich nur einige der Entwicklungen des Jahres 2014 ansehen, um den beklagenswerten Zustand des Landes zu erkennen. Das Haushaltsdefizit, jahrelang auf bestem „Maastricht-Niveau“, bewegt sich auf 10% des BSP zu; die Steuereinnahmen brechen weg, u.a. aufgrund von nur 1,4% Wirtschaftswachstum; die Ausgaben für …

Südafrika hat gewählt – eine Analyse der Ergebnisse

Es waren am 7. Mai die fünften Wahlen nach dem Ende der Apartheid (1994, 1999, 2004, 2009 + 2014). Auf den ersten Blick würde man zur Ansicht kommen: Alles wie gehabt – der African National Congress (ANC) hat wieder mit großer Mehrheit gewonnen und wird weiterhin das Land fest im Griff haben. Bei genauerer Betrachtung kann man jedoch einige interessante Entwicklungen feststellen.  

Zumas Zahlenspiele: Südafrika will Farmer enteignen

Dieser Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Unzensuriert.at Südafrika steht am Scheideweg zwischen einer zwar krisengeschüttelten, aber noch in weiten Teilen rechtstaatlichen Demokratie und einem Unrechtsstaat. Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma erklärte unlängst in einer Rede „zur Lage der Nation“, dass in der Frage der Landrechte das rechtsstaatliche Prinzip „willing buyer- willing seller“ (d.h. Verkäufer und Käufer von Land handeln ohne staatlichen Zwang und Enteignung) Schwächen habe.

Südafrika 2012 – das Jahr der langen Messer

Politik in Südafrika entwickelt sich in 5-Jahres-Rythmen – der African National Congress (ANC) veranstaltet seine Parteitage nur alle fünf Jahre. Zuletzt traf man sich 2007 in Polokwane; im Dezember 2012 werden sich die Delegierten in Bloemfontein versammeln. Dann geht es nicht nur um politische Streitpunkte, sondern vor allem auch um die Besetzung der Führungspositionen in der Partei. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich, ob ANC-Präsident Jacob Zuma (69) eine zweite Amtszeit erhält und damit 2014 als Kandidat des ANC für die Position des Staatspräsidenten in den Wahlkampf ziehen wird.

Das „System Malema“ in der südafrikanischen Politik

Julius Malema (30) ist als Präsident der Jugend-Organisation des African National Congress (ANC Youth League – ANCYL) wiedergewählt worden, für eine zweite dreijährige Amtszeit. Auf dem gerade zu Ende gegangenen Kongress der ANCYL in Midrand gab es keinen Gegenkandidaten – es war in jeder Hinsicht ein „Heimspiel“ für den Politiker in Südafrika, der schon seit langer Zeit wie kein anderer die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht.

Kommunalwahlen in Südafrika– Nachlese zu einem unspektakulärem Ereignis

Im Vorfeld der Wahlen vom 18.März 2011 war viel spekuliert worden. Wird der seit 1994 übermächtige African National Congress (ANC) – endlich einmal – von den Wählern abgestraft? Wird es der Democratic Alliance (DA) gelingen, in der schwarzen Bevölkerung Wähler zu gewinnen? Wie wird das Rennen um Kapstadt und andere Gemeinden im Western Cape (nur hier bestand eine realistische Aussicht, den ANC zu schlagen) ausgehen?