Mit der raschen Verbreitung des Nobel-Handys iPhone und der Markteinführung des nicht minder smarten iPad aus dem Hause Apple, ist auch ein Marktplatz für Software und Spiele in Form sogenannter Apps im Apple eigenen iTunes Store entstanden. Und was hat das nun mit Südafrika zu tun?
Bei über 225.000 verfügbaren Applikationen (Apps) und über fünf Milliarden Downloads seit Einführung des App Stores im August 2008, sollte sich doch auch eine paar Apps finden lassen, die sich thematisch mit Südafrika beschäftigt und uns das Land am Kap mit frisch aufbereiteten Daten, Fakten und Tipps in Form von Artikeln, Videos und Fotos näher bringen, schließlich gibt es Vergleichbares über andere Länder und Destinationen. Wer nun in der Suchmaske des App Stores mal eben „Südafrika“ eingibt findet lediglich einige reichlich verstaubte Apps, die sich unter anderem mit der Frage beschäftigen, wer 2010 Fußballweltmeister wird. Für die Beantwortung dieser und ähnlich spannender Fragen rund um die Fußball-WM 2010 sind pro App immerhin noch bis zu 1,59 Euro zu entrichten! Mit in der mageren Ausbeute noch zwei Apps, die uns die Möglichkeit bieten Afrikaans und/oder Zulu zu erlernen, zum Preis von 7,99 Euro, pro Sprache versteht sich. Sehr zweifelhaft, oder auch „Baie twyfelagtige“.
Der Mutlose verabschiedet sich spätestens jetzt vom Apple Store und wendet sich nützlicheren Tätigkeiten zu. Der Hartnäckige versucht es mit dem Suchbegriff „South Africa“ und wird prompt fündig! Neben den schon erwähnten WM-Apps stößt man hier zumindest auf die durchaus nützliche iPhone-App: „Platter’s Wines of South Africa“. Der Wein-Fundi wird gerne die 1,59 Euro für diese umfangreiche und sehr gut gestaltete Applikation bezahlen.
Und dann findet man noch, sowohl für iPhone als auch für iPad die Reise-App: South Africa, aktualisiert am 30.08.2010 und in den Sprachen: Deutsch, Englisch Französisch und Italienisch. In der wohlmeinenden Beschreibung steht: „Die App zeigt Informationen über Süd Afrika. Sie zeigt die Regionen, Sehenswürdigkeiten in Ihrer Nähe und Webcams direkt in der Karte und ermöglicht das direkte abrufen von offiziellen Infos.“ Glaubt man nun dem Entwickler Medialemon GmbH in Zürich, Schweiz und bezahlt die geforderten 0,79 Euro, lässt sich diese Applikation schnell und problemlos installieren. Ruft man nun die frisch installierte Applikation auf, dann erscheint kurz die südafrikanische Flagge und dann eine Karte von Südafrika. Links unten, gut sichtbar der Hinweis auf den Urheber dieser Karte: Google. Der Entwickler Medialemon in Zürich, hat dieser Karte lediglich drei Verlinkungen spendiert, die ausführlicher und vor allem kostenfrei direkt unter Google Earth zu finden sind. Der Menüpunkt „Regionen“ führt brav zu einer Übersicht der Provinzen, wobei eine jede Seite nur höchst sparsame Angaben zu Fläche, Bewohner, Dichte und Sprache zeigt. Von hier aus, kann sich der schon leicht enttäuschte Anwender zu drei (!) weiteren Menüpunkten bewegen. Wobei er entweder wieder bei Google-Earth, bei Wikipedia, oder unter „Standort Info“ auf einer Seite von informativen Nichts auf weissem Grund landet. Natürlich darf man noch erwartungsfroh auf die Seite mit dem vielversprechenden Angebot von Ausflugszielen klicken. Ergebnis: hier darf der geprellte User ganz brav seine Ausflugsziele selbst eintragen!
Empfehlenswert ist an dieser Anwendung nur der Link mit dem eindeutigen Hinweis: „Mehr“. Hier findet man weitere Apps aus der Softwareschmiede Medialemon. Unter anderem die recht nützliche Applikation: „Public Toilets“. Wurde diese etwa entwickelt, um die Reise App South Africa artgerecht zu entsorgen?
Bleibt noch die Frage, warum der sonst so kritische App Store seinen Käufern diese Anwendungen zumutet.
Lieber Steve Jobs, ich wundere mich!