Abdullah Ibrahim
Als Nelson Mandela aus dem Gefängnis frei kam kehrte auch endlich Abdullah Ibrahim aus dem amerikanischen Exil nach Kapstadt zurück. Er zählt sicherlich zu den wichtigen südafrikanischen Musikern und verbindet die angestammte afrikanische Musik mit dem amerikanischen Jazz.
Er ist Pianist, Komponist, Arrangeur, Band Leader und auch Lehrer. Wie keinem Zweiten gelang es ihm, aus der multikulturellen Vielfalt Südafrikas eine eigene, unverwechselbare Musik zu entwickeln.
Geboren 1934 als Adolphes Johannos Brand wuchs Abdullah Ibrahim in Kapstadt auf. Im Alter von sieben Jahren lernte er das Klavierspiel. Sein musikalisches Bewusstsein wurde geprägt durch die multikulturellen Einflüsse in Kapstadt. Traditionelle afrikanische Musik, Cape Malay Songs, Street Music, die britische Low-popular Music, Musik der lokalen Gemeinden der Chinesen, Inder und der Muslims mit ihrer "Shabeen", "Marabi" und "Kwela". Hinzu kam früh American Pop, Rhytm and Blues und natürlich der Jazz.
1959 gründete er zusammen mit dem legendären Alt Saxophonisten Kippie Moketsi und dem Trompeter Hugh Masekela die Band "Jazz Epistles". Sie spielten eine Mischung aus Jazz und moslemischen Shabeen Tanzmusik. Mit dieser Mischung eroberten sie Kapstadt im Sturm. Aber das Leben eines professionellen Musikers war zur Zeiten der Apartheid nicht einfach. Jede Vermischung der Rassen war illegal und die Polizei verbot auch die kleinsten Konzerte. Die durch den Staat errichteten Barrieren waren streng, effektiv und verhinderten eine Karriere des begabten Abdullah Ibrahim. Auftritte in "weißen" Nachtclubs waren durch die strickte soziale und kulturelle Trennung unmöglich. So traten die Musiker unter dem Sponsorship der Gangster Bosse, die das illegale Nachtleben beherrschten, in Nachtclubs der Townships auf.
Anfang 1962 verließ Abdullah Ibrahim mit seiner Frau und Sängerin Sathima Bea Benjamin Südafrika. Die entsetzliche politische Situation Südafrikas zwang Abdullah Ibrahim sein Land zu verlassen, immer mit dem Wissen nicht nach Kapstadt zurückkehren zu dürfen. Für ihn begann eine Odyssee zwischen Europa und Amerika in dessen Verlauf er Duke Ellington in den Barclay Studios in Paris vorgestellt wurde. 1965 ging Abdullah Ibrahim von Duke Ellington aufgefordert nach New York und absolvierte ein Solokonzert in der Carnegie Hall. Aus dem Exil trug Abdullah Ibrahim In den 70er Jahren in seiner Heimat dazu bei, den Kampf gegen die Apartheid zu beflügeln. Seine Aufnahmen drehten sich nun auch auf den Plattentellern der Townships.
Erst 1990 kehrte Abdullah Ibrahim als erfolgreicher Musiker nach Kapstadt zurück und im Jahr 2000 gewann er den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für "seinen aus südafrikanischen Quellen schöpfenden Beitrag zum Jazz als einer weltumspannenden Musik".
"I am a mountain. You call, I echo."
Zitat Abdullah Ibrahim
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