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FIFA-WM: Live-Eindruck vom Fan-Leben

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FIFA-WM: Live-Eindruck vom Fan-LebenSeit die Fußball-Weltmeisterschaft in der vergangenen Woche angepfiffen wurde, befindet sich das Kap im kollektiv Ausnahmezustand. Die WM-Euphorie hat praktisch jeden Südafrikaner erfasst und das mediale „Wintermärchen“ scheint perfekt. Wie perfekt es wirklich ist, zeigt der folgende Bericht, den mir ein Freund aus Kapstadt geschickt hat.

Kapstadt, 13.06.2010 Das Hightlight der Woche war natürlich der Beginn der FIFA-WM. In Stimmung haben wir uns auch damit gebracht, dass wir unsere beiden Autos beflaggt haben – eine deutsche und eine südafrikanische Fahne flattern an den beiden Rückfenstern. Die gleichen Farben haben auch die „Socken“ über den Außenspiegeln. Jedes zweite Auto in Kapstadt fährt eine oder mehrere Fahnen spazieren. Hier in unserem Vorort (Constantia – 15 km vom City-Zentrum entfernt) ist die englische als Zweitschmuck am stärksten verbreitet, gefolgt von der deutschen.

Wir sind dann am Freitag Nachmittag an die Waterfront gefahren, um einen ersten Live-Eindruck vom Fan-Leben zu erhalten; zu diesem Zeitpunkt lief noch das Eröffnungsspiel Südafrika/Mexiko und SA führte 1:0. Es war so herrlich, mal wieder das bunte Gemisch verschiedener Hautfarben und Nationalitäten in ausgelassener, friedlicher Stimmung zu erleben – die Waterfront bebte! Nach einem Abendessen haben wir uns gegen 19.00 Uhr auf den Weg ins 500m entfernte Stadion gemacht. Und hier begann der Frust. Das Stadion fasst 68.000 Zuschauer. Es waren aber lediglich drei Einlässe mit je vier Passagen vorhanden, in denen der Sicherheits-Check gemacht wurde. Es hat mehr als eine Stunde gedauert, bis wir da durch waren. Unsere Sitze konnten wir gerade noch rechtzeitig zum Einmarsch der Mannschaften erreichen.

Das Stadion ist natürlich phantastisch; der Lärm durch die Vuvuzela-Tröten war aber – trotz Ohrenstöpseln – unerträglich. Im SPIEGEL ist ein interessanter Beitrag hierzu geschrieben: Der ständige Geräusch-Pegel auf Höchstlevel macht jedes Hoch- und Runtergehen von Jubel, Schreien, Anfeuern in Reaktion auf das Geschehen auf dem Rasen unmöglich. Es springt daher auch kein Funken über, vor allem nicht von den Rängen auf die Akteure. Das wirkt sich auf die Qualität des Spieles aus. Und das merkte man – es war ein absolut langweiliges Gekicke, das da Frankreich und Uruguay abgeliefert haben. Ich werde kein Fußball-Spiel mehr besuchen; dieser Lärm bereitet mir Kopfschmerzen. Erstaunlicherweise gibt es diese Vuvuzelas nur beim Fußball; in allen anderen Sportarten sind sie nicht erlaubt; auch deshalb bin ich ein Rugby-Fan geworden. Fazit: Stimmung bestens, Fußball langweilig, Organisation beim Einlass unter aller Sau, Ambiente stressig.

Foto © MediaClubSouthAfrica.com


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