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Aus für Schnäppchenjäger? Die Entwicklung des südafrikanischen Immobilienmarktes

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Der südafrikanische Immobilienmarkt 2012

Der südafrikanische Immobilienmarkt 2012

2011 stiegen die Preise für Wohnimmobilien um moderate 3,1 Prozent gegenüber 6,0 Prozent im WM-Jahr 2010. Nach Meinung von Analysten und Maklern wird sich im Jahr 2012 nicht viel bewegen.

Einer aktuellen Studie (2011 FNB House Price Index Wrap and 2012 Outlook) der First National Bank (FNB) zufolge sind 91 Prozent der Verkäufer gezwungen, ihre Preisvorstellung um bis zu 30 Prozent gegenüber 2004 nach unten zu korrigieren. Da ist bei manchem Verkäufer nicht viel geblieben vom Cocktail aus Fußball-WM, boomendem Tourismus und überzogener Erwartung in die goldene Zukunft Südafrikas. Nach Kopfschmerz folgt zwangsläufig die Einsicht und wer nun den Markt realistisch betrachtet, stellt fest, dass es ruhig geworden ist. Vor der Tür stehen nicht mehr hektische Makler mit zahlungswilligen Europäern im Schlepptau.

Nach der kurzen Erholungsphase im Jahr 2010 wirkt sich nun die drohende globale Rezession stark dämpfend auf die Kauffreude aus und seit dem letzten Jahr hinkt die Nachfrage dem stetig steigenden Angebot hinterher. Der Markt ist satt und es mangelt nicht am Angebot schöner Villen und Apartments. Doch führt das reichhaltige Angebot nicht zwangsläufig auch zu sinkenden Preisen. Wer in guter Wohnlage zu hohem Preis gekauft hat, der kann es sich auch leisten zu halten was er hat. Südafrikaner neigen eben dazu schlechte Zeiten lieber auszusitzen, als hektisch ihre Immobilie, die noch immer einen guten Teil ihrer Altersvorsorge darstellt, zu verkaufen.

So ist es zu erklären, dass der in Kapstadt ansässige Immobilienguru Erwin Rode, von Rode & Associates, potentiellen Käufern derzeit dazu rät doch lieber zu mieten als zu kaufen. Sein Argument ist, dass die monatlichen Mietkosten für die nächsten drei bis fünf Jahre unter den durchschnittlichen Kreditkosten liegen werden. Eine mutige Annahme, die aber aufzeigt, wie sehr der Markt nach Antworten sucht und sich bemüht, mit der Bereinigung fertig zu werden. Denn Bereinigung ist es, was wir derzeit erleben. Vorbei die hektischen Käufe und Verkäufe. Vorbei die Zeit, als Apartments an der Waterfront im zweistelligen Millionenbereich großspurig als „Schnäppchen“ angeboten wurden. Realistisch sind nun solide Wachstumsraten zwischen zwei und drei Prozent über die nächsten fünf oder sechs Jahre.

Eine weitere Herausforderung ist aber das Gespenst der stetig steigenden kommunalen Abgaben und Steuern (Rates and Taxes). Dabei sind die Strompreise das größte Schreckgespenst. Die NERSA (National Energy Regulator of South Africa) hat beschlossen dem Wunsch der ESCOM zu entsprechen. Danach kann ESKOM eine jährliche Tariferhöhung von rund 25 Prozent bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012/13 durchdrücken.

Die richtige Balance zu finden liegt immer weniger am Trend oder am Markt, sondern immer mehr an der individuellen Entscheidung. Jeder Interessent muss seinen Vorstellungen ruhig folgen und sorgfältig abwägen und verhandeln.


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