Einer der wichtigsten Romane der zeitgenössischen Literatur Südafrikas: Haß und Gewalt machen Platz für Menschlichkeit und Hoffnung – eine zeitlose Parabel über das Gute und Böse im Menschen.
Stimmen:
»Daß der Roman nichts an Brisanz und Aktualität eingebüßt hat, mag wohl an der schlichten, prägnanten Sprache liegen, einem zurückhaltenden Erzähler und der behutsamen Art, wie dieser sich an die versteinerte Seele seines Protagonisten herantastet: ›Tsotsi‹ erzählt in zeitlupenhafter Beobachtung die Geschichte vom Wachsen des Gefühls der Empathie, ausgelöst durch das unverhoffte Aufbrechen traumatischer Kindheitserinnerungen. Gerade dadurch aber gerinnt die Figur Tsotsis in Fugards Roman letztlich auch zur Allegorie auf das Menschliche überhaupt – jenseits aller Fragen von Rasse, Herkunft und konkreter politischer Situation.« Neue Zürcher Zeitung
»In überaus bildhafter, nahezu expressionistischer Sprache zieht Fugard den Leser hinein in die Welt der Townships von Johannesburg, in die Welt seines Titelhelden, eines jungen Gauners und Mörders, dem der Zufall ein Baby in die Hände spielt, das ihm die Chance eröffnet, auf seinem Weg in den Abgrund innezuhalten und einen anderen Weg einzuschlagen. Fugard wirft aber auch Schlaglichter auf Außen- und Innenwelt der Menschen, die mit Tsotsi in Berührung kommen, und zeichnet dabei zugleich ein Panorama des Lebens unter der Apartheid.« Badische Neueste Nachrichten
»Wer ›Tsotsi‹ im Film verstehen will, muß Athol Fugards Roman gelesen haben. Fugard, Jahrgang 1932, lebte als englischsprachiger Weißer lange in den schwarzen Townships, wo er Laientheaterkurse gab und die trostlose Welt der erschöpften Arbeiter kennenlernte, die für den Reichtum der weißen Minderheit schufteten. Sein schonungslos realistischer Roman lebt von diesem Detailwissen.« Gießener Allgemeine
Autor
Athol Fugard wurde 1932 in Middelburg, Südafrika, als Sohn eines englischen Händlers und einer burischen Mutter geboren. Er wuchs in Port Elizabeth auf ging zunächst auf eine katholische Schule in Kapstadt. Später arbeitete er gleichzeitig als Automechaniker, Schauspieler und Journalist, bis er mit einem Stipendium an der Universität Kapstadt studieren konnte. Kurz vor dem Abschluß brach er das Studium jedoch ab und heuerte als Matrose an. Zurück in Südafrika, arbeitete er als Journalist und Schauspieler, bevor er sich schließlich dem Stückeschreiben zuwendete, was ihm schon bald die ersten Erfolge eintrug. Mit seinen Stücken, die stets in Südafrika spielen, übermittelte er der Welt sowohl ein Bild von der Schönheit seines Vaterlandes als auch von den dort herrschenden Problemen. Seine Kritik am Apartheidsystem brachte ihn in extreme Schwierigkeiten mit der südafrikanischen Regierung, u.a. wurde ihm – nach der erfolgreichen Aufführung eines seiner Theaterstücke in England – für vier Jahre der Paß entzogen. Athol Fugard hat mittlerweile zwanzig Theaterstücke geschrieben und gilt als der bekannteste Theaterautor Südafrikas. ›Tsotsi‹ ist sein einziger Roman.
Hier bestellen:
Tsotsi
von Athol Fugard, Roman
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-23565-8
Seiten: 336
Einband: broschiert
Erschienen: April 2006