„Um ehrlich zu sein“, sagt Tulani immer dann, wenn er gewichtige Dinge erklären oder seinen Willen durchsetzen möchte. Um ehrlich zu sein, ist Tulani ein bisschen verrückt, ein bisschen liebenswürdig und manchmal eine wahre Zumutung. Der junge Zulu gibt sich alle Mühe, die Wesensart seines Volkes zu erklären und nebenbei die Nerven seiner drei weißen Begleiterinnen zu ruinieren.
Mit ihren beiden Töchtern im Schlepp begibt sich Andrea Jeska auf eine Reise durch das Land der Zulus, um einen afrikanischen Alltag jenseits von Aids, Kriegen und Katastrophen zu finden. Bei skurrilen Begegnungen mit Missionaren, Wunderheilern, Stammeschefs und Ältesten verliert sie bald den Glauben an die überlegene Logik ihrer eigenen Kultur und bei Ziegengulasch mit Haaren, geplatzten Verabredungen, und undurchschaubaren Strukturen so manches Mal auch die Fassung. Mitten in der Südafrikanischen Provinz Kwazulu Natal, an einem beileibe nicht von allen guten oder bösen Geistern verlassenen Ort, lässt sich die Frage, wessen Kultur eigentlich irrwitziger ist, immer schwerer beantworten.
Mal komisch, mal reflektierend, mal bissig, mal liebevoll erzählt die Autorin vom Leben, Lachen und Leiden in den sudafrikanischen Kraals und vom aberwitzigen Scheitern an der Idee, das Wesen des Kontinents ergründen zu können.
Weitere Informationen:
BRENDOW-VERLAG
Als der Inkosi tanzen lernte
von Andrea Jeska, Roman
Verlag: Brendow-Verlag
Paperback, 208 Seiten, mit 8 Seiten farbigem Bildteil
ISBN 978-3-86506-164-5
€12,95 / sFr 23,40 / € (A) 13,30