Monate: Oktober 2009

Auszug aus: HANDBUCH SÜDAFRIKA – 9. Auflage – 2010

Bereits in unserem September-Newsletter haben wir darauf hingewiesen, dass Dr. Pabst an einer neuen Auflage von „HANDBUCH SÜDAFRIKA – 9. AUFLAGE – 2010“ arbeitet. Die neue Auflage soll wohl im Februar 2010 erscheinen. Hier vorab ein Unterkapitel: UNTERKAPITEL AUS HANDBUCH SÜDAFRIKA – 9. AUFLAGE – 2010 3.1.2.2 Dominanz des ANC Mit einer europäisch geprägten Sicht tut man sich schwer, die politische Situation in Südafrika zu verstehen. Wer kann schon wirklich nachvollziehen, dass der African National Congress (ANC) immer wieder zwischen 60% und 70% der Stimmen einfährt, obwohl die Leistungsbilanz eher dürftig ist? Das Straßennetz verfällt, die Energie-Versorgung ist nicht mehr gesichert, die Kriminalität nimmt immer gewalttätigere Züge an, die staatliche Gesundheitsversorgung befindet sich in einer Dauerkrise, der Kampf gegen Korruption findet nur in Sonntagsreden statt und immer noch leben große Teile der schwarzen Bevölkerung in erbärmlicher Armut. So ist der Zustand des Landes 15 Jahre nach dem Ende der Apartheid, trotz eines gesunden wirtschaftlichen Wachstums. Die politische Verantwortung lässt sich leicht zuordnen. Es gibt seit 1994 mit dem ANC die alles dominierende Kraft, die sich …

SABC, noch nicht bereit für Zapiros Puppen

Auch wenn die Story nicht unbedingt aktuell ist, so ist sie aber ein gutes Exempel für ein Südafrika, das zumindest satirisch gesehen nicht mehr zu den traditionellen Schwellenländern laut Weltbank und IWF zu zählen ist. Deshalb: „herzlich willkommen Südafrika und nehmen sie schon mal Platz bei uns in der ersten Reihe. Am besten gleich zwischen Herrn Berlusconi und Herrn Sarkozy – bitteschön“! Denn Südafrika hat mit seiner politischen Einflussnahme auf das staatliche Fernsehen South African Broadcasting Corporation (SABC) bewiesen, dass es durchaus das Zeug hat, in der Oberliga der hochentwickelten Industriestaaten, wie Berlusconis Italien und Sarkozys Frankreich eingereiht zu werden. Schnell hat das sogenannte Schwellenland Südafrika erkannt, dass Macht eben auch viel mit Medien zu tun hat. Der SABC mit seinen drei nationalen TV-Programmen und 18 Radiostationen bemüht sich zwar den Ansprüchen einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt gerecht zu werden, verkommt dabei aber immer mehr zu einem schlecht geführten Regierungssender. Hinter den Kulissen des Senders werkelt der ANC  und besetzt mittlerweile alle Schlüsselpositionen. Bis hinunter zur operativen Ebene herrscht parteipolitisches Gerangel mit unschönen Entlassungen, erzwungenen Wiedereinstellungen und …

And boy was it beautiful!

Einfach so, bediente jemand den Schalter und zum ersten Mal sieht die Öffentlichkeit das Green Point WM-Stadion hell erleuchtet. Und Junge war das schön! „Ring of Fire“, so wird der Scheinwerferring des Green Point WM-Stadion mit seinen 360 Strahlern bezeichnet, der das Spielfeld für die FIFA WM 2010 ausleuchten soll. Die erste Lichtprobe diente zur Synchronisierung, denn jeder Scheinwerfer muss einzeln auf das Spielfeld ausgerichtet werden. Nach Fertigstellung der äußeren Fassade wird das Licht noch etwas weicher glänzen. Was so nüchtern klingt, sorgte letzten Mittwoch für großes Erstaunen unter der Bevölkerung und den vorbeifahrenden Autofahrern. Die Lichter des Green Point Stadium zeigten die ganze Pracht und architektonische Eleganz des Gebäudes. Besonders mit der V & A Waterfront im Fordergrund sieht man die nahtlose Integration des Stadions in seine Umgebung. Es ist wohl keine Frage mehr, dass Stadion wird rechtzeitig für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft fertig sein und seine Besucher genauso faszinieren, wie in der letzten Woche die überraschten Capetownians. [nggallery id=37]

Vijay Mahajan: Afrika kommt (Sachbuch)

Afrika wurde von westlichen Unternehmern und Investoren lange Zeit völlig ignoriert. Vijay Mahajan, Wirtschaftsprofessor und international tätiger Berater, hält die Zeit nun für reif, das zu ändern. Seiner Meinung nach steht der Schwarze Kontinent an der Schwelle zu einer atemberaubenden Entwicklung – mit den entsprechenden Chancen für Unternehmer, Investoren und Spekulanten. Er zeigt dem Leser, dass Afrika „reicher ist, als man denkt“ und vergleicht die anstehende Wachstumsstory mit China oder Indien. Er beschreibt eine aufkeimende Mittelschicht und zeigt, wie erfolgreiche Unternehmen in diesem Umfeld entstehen und aufblühen. Mahajan erzählt Anekdoten von multinationalen Konzernen wie Coca-Cola, die ihr Produkt mittlerweile auf Fahrrädern und Handkarren in entlegene Dörfer transportieren lassen, und schafft so ein lebendiges, fachkundiges Bild eines sich langsam, aber sicher entwickelnden Kontinents. Pflichtlektüre für alle, die von den Chancen dieses Kontinents in den nächsten Jahren profitieren möchten. • Wichtiger Leitfaden für Unternehmer und Investoren • Afrika ist mehr, als man denkt: Hier lernt der Leser es kennen • Profundes Hintergrundwissen über einen der interessantesten Märkte der nächsten Jahrzehnte Der Autor Vijay Mahajan war früher Leiter …

Südafrika: Miese Stimmung im Militär

Geldmangel, schlechte Moral und Überengagement bei Einsätzen machen dem Militär schwer zu schaffen. Für neue Waffen fehlen oft Ersatzteile und Personal. Zudem übernimmt man sich mit Hilfseinsätzen in anderen Teilen Afrikas. KAPSTADT. Vor 20 Jahren, als sich Südafrikas Armee aus Angola zurückzog und Namibia in die Unabhängigkeit entließ, waren Pretorias Streitkräfte im südlichen Afrika extrem respektiert. Die kampferprobten Truppen der Apartheidrepublik waren gut gerüstet und diszipliniert. Im äußersten Notfall hätte man sogar über sechs Atombomben verfügen können, die südafrikanische Wissenschaftler heimlich seit 1982 gebaut hatten. Von solchen militärischen Kapazitäten ist Afrikas stärkste Wirtschaftsmacht heute weit entfernt. Der letzte weiße Präsident, F. W. de Klerk, hatte zunächst die Nuklearwaffen ab 1991 unschädlich machen lassen; Südafrika unterzeichnete danach den Atomsperrvertrag. Und obwohl man bis heute mit Militärausgaben von vier Milliarden Euro noch immer Spitzenreiter auf dem Kontinent ist, bleibt das militärische Endergebnis weit hinter den Erwartungen zurück. Seitdem 1800 Soldaten am 26.August vor den Regierungsgebäuden in Pretoria erschienen, bewaffnet mit Knüppeln und Benzinbomben, und mehr Sold forderten, weiß jeder Kap-Bürger, dass es um die Moral der Truppe …

Rainbow-Nation, oder was?

Das Thema Rassismus bewegt nicht nur die Menschen in Südafrika und es verdient jede Aufmerksamkeit. Zwei der jüngsten Beispiele für Rassismus im Zusammenhang mit Südafrika zeigen plastisch und auf gegensätzliche, in beiden Fällen höchst fragwürdige Art, wie tölpelhaft und leichtsinnig noch immer mit der Karte Rassismus gespielt wird. Irgendwie schade, denn der von Desmond Tutu 1994 geprägte Begriff der „Rainbow-Nation“ sollte doch das Nach-Apartheid-Südafrika als friedliches Land der unterschiedlichsten Rassen charakterisieren. Nun beginnen wir uns langsam zu fragen, was aus dem Regenbogen von Bischof Tutu geworden ist. Da ist die Geschichte um den weißen Südafrikaner Brandon Huntley aus Kapstadt. Anfang September berichteten die internationalen Medien über kanadische Behörden, die Brandon Huntley als Flüchtling anerkannt haben. Er sei ein Opfer seiner Rasse, behauptete dieser und erklärte den Behörden eilig, dass Weiße in Südafrika das Ziel schwarzer Krimineller seien und dass die Regierung nichts unternehme, um sie zu schützen. Die Einwanderungsbehörde befand den Angaben zufolge, dass Huntley „eher ein Opfer wegen seiner Rasse als ein Opfer von Kriminalität ist“. Weitere Stellungnahmen gab die Behörde nicht zu dem …