Monate: Juli 2009

Die nervigen Töne am Kap

Der ohrenbetäubende Lärm der Vuvuzela-Tröten, denen ausländische Fußballfans erstmals bei den Spielen des Confed Cub ausgesetzt waren, ist verklungen. Fazit: ein kleines Lob an Südafrika als Veranstalter und ein großes Lob an die Bafana Bafana-Künstler, die sich wacker im Turnier geschlagen haben. Die deutschsprachige Presse zu diesem Ereignis wie immer, schwankend zwischen Vorurteil und Anmassung. Während die Einen vor all zu großen Hoffnungen emsig warnten, mäkelten die Anderen reflexartig über Pleiten, Pech und Pannen rund um das WM-Vorspiel. Einen Preis für geschmacklosen Journalismus hat hier mal wieder die BILD verdient: „Ich, der BILD-Reporter, war auf der gefährlichsten Fanmeile der Welt.“ Soweit Soweto, Kommentar zwecklos! Was allerdings auch nach dem Lärm der Rüsseltröten dringend auf Lösungen durch die verantwortlichen Politiker wartet, ist die hohe Kriminalität und die mangelnde Sicherheit im Land. Und damit sind wir schon bei neuen Misstönen vom Kap. Heftig quietschend und stöhnend ist die südafrikanische Wirtschaft in die Rezession geschlittert. Willkommen im Club möchte man fast sagen! Für das Land ist es die erste Rezession seit 17 Jahren und die schlimmste seit fast …

Hausüberfälle – der neue Trend von Verbrechen in Südafrika

Wer in Südafrika lebt, lebt mit der Kriminalität. Sie ist allgegenwärtig, sie ist Gesprächsthema auf Parties und am Arbeitsplatz, sie liegt wie Mehltau über den Menschen. Wer es sich leisten kann, investiert Unsummen in die Absicherung von Haus, Geschäft, Auto und was sonst noch wertvoll ist. In den letzten 10 Jahren haben sich solche Ausgaben vervielfacht. Denn nur wer mitrüstet, wird nicht zum ‚soft target’, denn auch Verbrecher analysieren Risiken und schlagen dort zu, wo es vermeintlich gering ist. So sind Häuser, Büros und Autos zu Festungen geworden. Wenn die Alarmvorrichtungen eingeschaltet sind, ist die Festung schwer zu knacken. Das haben Kriminelle erkannt und ihren Modus operandi angepasst. Sie schlagen zu, wenn die Festung ungesichert ist oder die Bewohner sich gerade auf dem Weg hinein befinden. Klassisches Szenario: Weil Gärtner oder Hausangestellte sich auf dem Grundstück frei bewegen müssen, ist der Alarm ausgeschaltet. Kriminelle können also leicht eindringen und dann mit der Waffe die Bewohner zur Herausgabe von allem zwingen, was sie auf ihrer „Einkaufsliste“ haben. Oder: Während man vor dem Einfahrtstor warten, bis es …

Wer ist Zapiro?

Hinter Zapiro steht Jonathan Shapiro, ein begnadeter Cartoonist! Er wurde 1958 in Kapstadt geboren, studierte dort Architektur, weigerte sich in der Armee eine Waffe zu tragen, wurde 1983 aktives Mitglied der neu gegründeten „United Democratic Front“, ließ sich vom militärischen Geheimdienst überwachen. Kurzum, er war kein großer Freund des Apartheid-Regimes. 1987 wurde Shapiro Cartoonist der Tageszeitung „South“. Er nahm seinen Job als Cartoonist so ernst, dass er 1988 verhaftet wurde. Daraufhin folgte ein Studium an der School of Visual Arts in New York. 1991 kehrte Jonathan Shapiro zurück nach Südafrika. Apartheid war Vergangenheit und vor Shapiro eine große Kariere als Cartoonist. Er arbeitete für den „Sowetan“, „Cape Argus”, “Mail & Guardian”, “Sunday Times”, “Cape Times”, “The Star”, “The Mercury” und “Pretoria News”. Es folgten Ausstellungen in New York, Amsterdam, Frankfurt und in Südafrika. Sein Stil? Immer kritisch, hinterfragend, entlarvend, pointiert und hoch politisch. Auch seine Angewohnheit sich mit der politischen Führung im Land anzulegen, hat er sich nicht abgewöhnt. So wurde er vom neuen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma zunächst auf Rand 15 Millionen, später auf …