Monate: Dezember 2007

Sind wir zu pessimistisch?

Nachdenkliches aus der Redaktion Wie geht das zusammen? Auf der einen Seite bieten wir auf CAPETOWN-ONLINE hochwertige Immobilien in Kapstadt an, auf der anderen Seite berichten wir über die zunehmende Gewalt im Land und die eindeutigen Fehlleistungen in der südafrikanischen Politik. Zugegeben, das ist ein manchmal schmerzhafter Spagat, doch dieser Spagat verdeutlicht auch das südafrikanische Dilemma. Sicherlich, das Land am Kap bietet viel: kulturelle Vielfalt, ein perfektes Klima, einmalige Natur, malerische Strände und endlose Weinberge. Doch für all diese Vorzüge ist ein Preis zu zahlen. Kaum ein anderes Land, das ich kenne, zwingt einen so regelmäßig und grundsätzlich über diesen imaginären Preis nachzudenken, und hier liegt eben das südafrikanische Dilemma. Wann ist die Schmerzgrenze erreicht? Diese Fragen stellen wir uns doch auch beim Kurs des US-Dollar, oder beim Benzinpreis. Ist es da nicht sinnvoll, auch über den südafrikanischen Preis nachzudenken, oder sollen wir so vehement die Augen vor der Realität verschließen, wie jüngst der FIFA-Mogul Joseph Blatter, als er die Ermordung eines Österreichers zeitgleich zur Auslosung der Fußball-WM in Durban wie lästige Brotkrumen vom reich …

Der Machtkampf im ANC, Jacob Zuma geht in Führung

Nun sind es noch zwei Wochen bis zum Parteitag des African National Congress. In der letzten Ausgabe dieses Newsletters hatte ich über das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden ANC-Präsidenten, Staatspräsident Thabo Mbeki, und seinem Stellvertreter im Parteiamt, Jacob Zuma, berichtet. Das war vor Beginn der offiziellen Nominierungsphase auf Provinzebene. Die ist nun abgeschlossen und auch die ANC-Jugendliga und die ANC-Frauenliga haben ihre Kandidaten gewählt. Das Ergebnis: Vier Provinzen haben sich für Mbeki ausgesprochen (Western Cape, Eastern Cape, North West und Limpopo). Die anderen fünf Provinzen (Northern Cape, KwaZulu Natal, Mpumalanga, Free State und Gauteng) sowie Jugend- und Frauenliga haben Zuma für den Spitzenjob der Partei nominiert. Die Personen, die Delegierte im Nominierungsprozess waren, werden auch in Polokwane auf dem Parteitag ihre Stimmen abgeben. Die Zahl der Delegierten ist von Provinz zu Provinz verschieden und es besteht kein Zwang, das eigene Stimmverhalten an der Mehrheit im Nominierungsprozess auszurichten. Die Karten werden also noch einmal neu gemischt und auch in Polokwane wird in geheimer Wahl abgestimmt. Aber wer glaubt schon daran, dass in zwei Wochen die deutliche Majorität …