Monate: Juli 2006

Die Zuma-Shaik Story, Teil 4.

Der Strafprozess war erwartungsgemäß das Medienereignis des Jahres. Wer das Geschehen im Gerichtssaal verfolgte, besonders aber, was sich außerhalb abspielte, konnte eine Menge über Südafrika lernen. Das Verfahren selbst war aus juristischer Sicht ein fachliches Meisterwerk. Eine präzise Organisation, betont sachlich operierende Staatsanwälte und ein abgeklärter Richter, der in seiner zweitägigen Urteilsbegründung seinen analytischen Scharfsinn unter Beweis stellte. Rechtslaien differenzieren gelegentlich zwischen Freisprüchen erster Klasse und solchen, die nur zweitklassig sind, etwa aus Mangel an Beweisen oder weil schlampig ermittelt wurde. In diesem Sinn hat es für Jacob Zuma einen Freispruch erster Klasse gegeben. Die Frau, die den Stein ins Rollen gebracht hatte, war bei ihrer mehrtägigen Vernehmung nicht konsistent. Entscheidend aber war, dass die Verteidigung acht Männer in den Zeugenstand holen konnte, die von ihren eigenen Erfahrungen mit der Belastungszeugin berichteten. Sie waren in den vergangenen Jahren von ihr ebenfalls der Vergewaltigung beschuldigt worden, zum Teil ohne, dass es überhaupt zu einer körperlicher Berührung gekommen war. Ein Strafverfahren auf so dünnem Eis gibt natürlich Nahrung für Spekulationen, ob da nicht Kräfte im Hintergrund ihre …