Monate: November 2005

Die Zuma-Shaik Story, Teil 2.

Die Story wird die Politik in Südafrika noch sehr lange beschäftigen. Gegen Jacob Zuma ist nun Anklage erhoben. Damit hat er das bekommen, was er immer verlangt hatte: Ein Strafverfahren, in dem sich seine Unschuld herausstellen werde. Auch seine Anhänger hatten dies gefordert, allen voran der Gewerkschafts-Dachverband COSATU. Es kommt deshalb für viele überraschend, dass nun ausgerechnet COSATU Präsident Thabo Mbeki dazu aufrief, den „politischen Prozess“ gegen Jacob Zuma zu beenden. Das Zentralkomitee der Organisation, das höchste Beschlussgremium außerhalb eines Gewerkschaftstages, hatte eine solche Resolution gefasst und sich damit gegen die eigene Führung gestellt, die nach der Anklageerhebung mit dem Lauf der Dinge einig zu gehen schien. Die Befürworter dieses Appells an den Staatspräsidenten glauben, Zuma werde keinen fairen Prozess erhalten. Sie mutmaßen auch, dass „mächtige Leute“ den Prozess nutzen, um ihn politisch kaltzustellen. Die Reaktion der Regierung kam postwendend. Ihr Sprecher Joel Netshitenzhe erklärte, Staatspräsident Thabo Mbeki würde natürlich nicht „das Gesetz brechen, die Verfassung in den Mülleimer werfen oder unsere junge Demokratie unterminieren, indem er in ein laufendes Verfahren der Judikative eingreifen würde“. …